Dienstag, 13. November 2007

Die Freuden der Stellenanzeigen

Jetzt muss ich meinen Frust schon im Blog loswerden, weil das Forum immer noch nicht geht. Was ich schon immer mal sagen wollte: ich hasse Stellenanzeigen. Ich hasse sie abgrundtief. Nun ist es nicht so, dass ich unbedingt einen Job finden muss, zumindest nicht in den nächsten paar Stunden. Ich habe einen Job, und so sehr ich auch am letzten Wochenende geflucht habe, ich mag diesen Job. Gerade das Gäste-Vollquatschen gefällt mir, und dass man tatsächlich Sachen verkauft, die die Leute auch wollen. Deswegen sind sämtliche Call-Center-Jobs bei mir schonmal raus. Da geh ich lieber putzen. Aber wir reden hier ja von Studentenjobs, und damit bin ich relativ gut versorgt.

Der Grund, warum ich mich durch Stellenanzeigen wühle, ist, dass ich immer noch keine Idee habe, was ich denn nach dem Studium machen möchte. Ich kann Englisch sprechen, übersetzen, und ich kann ganz gut denken. Lesen, schreiben und atmen zähle ich jetzt mal nicht als besondere Fähigkeiten auf. Dummerweise wird nach diesen Fähigkeiten nicht gerade gesucht. Nach ungefähr drei Seiten wünschte ich mir, ich hätte was anständiges gelernt oder doch auf Lehramt studiert. Hab ich aber nicht, und jetzt ist es auch ein bisschen spät um daran noch etwas zu ändern. Und ich sollte erwähnen, dass meine Mutter in so ziemlich jedem Telefonat meint: "Ich dachte, du könntest doch im Verlach arbeiten." Ja, Mama, das denken ne Menge andere Studenten in dieser Stadt auch. Und ob ich im Verlag arbeiten will, steht auch nochmal auf einem ganz anderen Blatt.

Und das führt dann wieder zu der Grundsatzdiskussion, die jedesmal kommt, wenn man mich fragt, was ich denn nach dem Studium machen will. Als ich angefangen habe Englisch und Film zu studieren, wurde ich gefragt, warum. Ich sagte, weil es Spaß macht, und bekam die prompte Antwort: "Um Spaß geht es aber nicht beim Arbeiten." Da stellt sich mir automatisch die Frage: ja warum eigentlich nicht, verdammte Axt??? Ich verkaufe 40 Stunden meines Lebens in der Woche, das einzige Gut, dass ich wirklich besitze, und über das ich verfügen kann, und dann darf ich nichtmal Spaß dran haben? (Ja, ich bin idealistisch veranlagt, und ja, ich weiß auch, dass nicht jeder Job immer Spaß machen kann. Ich arbeite schließlich auch schon ein Weilchen.) Bei mir steht der Spaßfaktor mit dem Verdienstfaktor so ziemlich auf einer Stufe. Wenn der Job keinen Spaß macht, dann weiß ich, dass ich das nicht lange aushalte, und zwar aus dem Grund, dass ich einfach nicht will. Wenn ich nicht will, hab ich keinen Erfolg, ergo noch weniger Spaß, und irgendwann schmeiß ich dann hin. Alles verdammt verzwickt in der Arbeitswelt.

Trotz aller Frustration, wenn es um die Jobsuche nach dem Studium geht, muss ich allerdings eins sagen: ich habe ein unerschütterliches Vertrauen darin, dass ich schon was finden werde. Ich weiß nicht so recht, wo das herkommt, aber irgendwas wird sich schon ergeben. Ich bin schließlich nicht komplett auf den Kopf gefallen. Nur was, nur was? Naja. Grübeln bringt da jetzt sowieso so gut wie gar nichts. Außerdem sollte ich eh gerade einen Text lesen, was ich hiermit tue.