Montag, 20. Dezember 2010

*hüstel*

Vielleicht doch nicht so anwesend? Ich gelobe partielle Besserung in spätestens zwei Tagen, denn ab da habe ich Urlaub. Bis dahin zumindest ein paar kurze Meldungen:

~ Ich habe ein Auto! Und es hat noch keinen Namen! Haach, mein erstes eigenes Auto, klein und knuffig und meins. Haaach.
~ Das Nichtchen wächst und gedeiht und schreit. Aber es ist erstaunlich, wie niedlich manche Babies noch beim Schreien sein können.
~ Schneewetter: Es behindert mein Pendlerdasein (die in Niedersachsen könnten auch mal ihre Straßen räumen *grummel*), aber wenn ich langsamer fahren muss, kann ich auch die schönen verschneiten Wälder betrachten, durch die ich fahre. Wir sehens also positiv. Mehr Zeit für die alten DDR-Weihnachtsliederkassetten habe ich so auch.
~ Weihnachtsgeschenke: Alle ausgesucht und gekauft, jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob auch alles bis Heiligabend hier ankommt. Wir hoffen mal, dass sie nicht über Frankfurt müssen. :ugly:
~ Arbeit: Läuft. :grin: Bisher alles schick, abgesehen von den üblichen Frustpunkten. ("Einmal mit Profis" wird mindestens einmal am Tag geäußert, gepaart mit "Es kann doch so einfach sein - isses aber nicht."
~ Hund und Katzen: Katzen haben den Jammer, da der Schnee an den kleinen Pfötchen einfach kalt ist. Ich habe vor, ihnen demnächst mal ihren Stall durchzuheizen, damit sie nicht ständig vor der Tür lauern in der Hoffnung, dass sie endlich mal einer aufmacht und sie unter mein Bett oder auf meine Couch krauchen können. Den Hund freut der Schnee, aber der kann ja auch auf meinem Bett oder der Couch liegen, soviel er will. *gg*

Und sonst so ... ist alles eigentlich schick. Bei mir stellt sich sogar ganz langsam wieder abendliche Unternehmungslust ein. Endlich mal wieder Kino. Vielleicht sogar dieses Jahr noch. *gg*

Freitag, 8. Oktober 2010

Status: anwesend!

Bevor ich mal einen allgemeinen Statusbericht verfasse, muss ich mich mal eben wundern, woher ich dieses Icon habe. Pfehehehe. Also, Statusbericht:

~ Zimmer: ausgeräumt und renovierbereit.
~ Zeug: verpackt, verstaut und mich aus zehntausend Kisten heraus angrinsend.
~ Bett: alt und muffig und daher dabei ersetzt zu werden.
~ Tapeten: gekauft und wartend, angemacht zu werden.
~ Teppich: gekauft, muss noch geliefert werden.
~ Teile für Zimmerdecke: anwesend bis auf die Dachlatten.
~ Garten: teilentkrautet.
~ SGU Se01: Fertig!
~ BSG: Staffel 1 fertig, Staffel 2-4 gekauft und hoffentlich bald hier.
~ Schwägerin: höchstschwanger inklusive erster Senkwehen. Termin ist morgen. Wir sind gespannt. :-D
~ Hund: *rüberlins* Verschlafen.
~ Katzen: Vierfaches Schnurren.
~ Mutter: Erinnert mich wie üblich an Offensichtliches. Oh well.
~ Arzt: Neuer Hausarzt ausgemacht und für nett befunden. Alles weitere findet sich.#
~ Sport: Suche nach Volleyballverein war bisher erfolglos. Hrrgs.
~ Job: Wir sind an dem Punkt, wo es anfängt, Spaß zu machen. Die Einarbeitung ist also offiziell beendet.

Joah. Beim nächsten Mal gibt es vielleicht auch ein bisschen mehr als den Steno-Stil.

Freitag, 30. Juli 2010

Weihnachtskugeln im Sommer

Heute war ein schöner Tag. Relativ entspannte Arbeit, recht früher Feierabend, Fahrt über Land in Mutters Heimatdorf, da noch einmal über den Friedhof geschlendert (meine Großeltern liegen da), dann nach Hause gezockelt, bei der Ankunft Hund und Katze bespaßt, mich da schon gewundert, woher das Rauschen kommt, die Haustür aufgemacht - und im Wasser gestanden. Der Hund blieb vor lauter Böh? schon draußen, die Katze kam mit rein und schüttelte entgeistert die Pfötchen, während ich entgeistert den Kopf schüttelte und erstmal die Quelle des Rauschens ausfindig machte.

Unter der Spüle in der Küche wurde ich fündig, da spritzte das Wasser aus der Zuleitung zum Wasserhahn. Wobei ich das noch gar nicht erkannt hab, ich hab nur erstmal panisch überlegt, wo der Haupthahn genau ist. Im Keller! Also die Tür direkt hinter mir aufgemacht und in den Keller hinab. Da sah es auch schon lustig aus. Vorne ging es ja noch, doch nach drei Schritten waren die Füße mitsamt Schuhen unter Wasser, dazu kroch mir das Wasser die Jeans hoch und von oben kam es auch noch, weil es wie Regen von der Decke tropfte. Irgendwie erinnerte es mich stark an die Titanic. In dem Moment ging mir auch mal kurz durch den Kopf "Was wenn hier irgendwo Strom dran ist?" Aber da war es ja eh schon zu spät. Ich musste auch noch in die hinterste Ecke zu den Wasserhähnen stapfen. Ich hab da an allem gedreht, was da war, das Rauschen da oben in der Küche hörte nicht auf. Aber halt, da oben gabs ja auch noch Hähne unter der Spüle. Also wieder zurück durchs Wasser, die Treppe hoch, an den Spülschrank, an der Wasserfontäne vorbeigegriffen und dann da an allem gedreht, was da war, und siehe - es ließ nach und hörte schließlich ganz auf. Ab dem Punkt konnte ich dann das Tropfen im Keller hören - unsere eigene Tropfsteinhöhle! :D

Ich muss aber zugeben, an dem Punkt, als ich das Wasser abgedreht hatte und die erste Bestandsaufnahme gemacht hatte, da war mir nicht nach Witzeln zumute. In der Diele und in der Küche stand das Wasser nur einen Centimeter hoch, aber es war halt überall. Ein Stückchen war es in mein Zimmer reingelaufen, Teppich und Boden (und Johnny Depp in der From Hell-DVD) waren leicht nass. Der Keller stand knöcheltief unter Wasser, ich wollte auch gar nicht wissen, was wir da letztens alles runtergestellt hatten. Die Nähstube war komplett unter Wasser. Die liegt direkt neben der Küche und was nicht direkt in den Keller gelaufen ist, wurde vom Teppich da aufgesogen. Das Bad daneben liegt etwas höher und hatte zum Glück nichts abbekommen. In die Schlafstube war es auch hineingelaufen und wir werden morgen sehen, ob wir da noch den Schrank ausräumen und abrücken müssen.

Da stand ich also mit meinem Wasserschaden. Als erstes ging ich vor die Tür und schälte mich aus klatschnassen Schuhen, Socke und der Hose. Dann erst einmal Mutter angerufen, auf Wasserschaden vorbereitet und gefragt, ob ich irgendwem Bescheid sagen muss. Dann überlegt. Feuerwehr? Quark, ne Pumpe zum Keller trockenlegen haben wir selber. Also Bruder angerufen. Den hatte ich schonmal panisch versucht zu erreichen, aber er war nicht rangegangen. Jetzt auch wieder nicht. Also die Schwägerin angerufen, die auch ranging und sagte, dass sie sich gleich auf den Weg machen würden. Meinen Bruder hatte sie auch gleich im Schlepptau. Ich sah mir inzwischen die Bescherung genauer an und machte mich dann ans Aufräumen. Was erstmal Ausräumen hieß, angefangen bei den alten Dingen aus Holz in der Diele: das Spinnrad, Butterfass und so weiter, die alle im Wasser gestanden hatten. Mit Handtuch und Eimer gings ans Wischen unter stetiger Beobachtung der Katze, der das alles sehr suspekt vorkam.

Dann kam das Nähzimmer dran - es musste alles raus, damit der Teppich rausgeholt werden konnte. Als Muttern nach Hause kam, konnte ich ihr gleich erstmal auftischen, dass sie ja eh immer mal die Schränke ausmisten wollte. Das Leinen und die Wäsche aus dem Wäscheschrank ging ja schnell. Aber der andere Schrank, was war da nur fürn Kram drinne. Naja, jetzt steht das Zeug erstmal draußen unter der Terrasse. Danach ging es mit dem Keller weiter, mit nassen, durchgesifften Kartons und dem für mich eigentlich schlimmsten Schaden: die Kiste mit den Weihnachtskugeln hatte was abgekriegt. Wir haben immer noch die alten bunten Kugeln, die bei uns jedes Jahr wieder an den Baum kommen, und meine Lieblingskugel, die wir seit über 20 Jahren hatten, die hat wohl dran glauben müssen. Der Karton stand vollkommen im Wasser und bei der Kugel ist die Hälfte weggewaschen.

Aber so kam es, dass die Weihnachtskugeln mal im Sommer hervorgeholt wurden. Ich musste alle Kartons auspacken und auf Wasserschäden untersuchen, denn bei Feuchtigkeit laufen die Kugeln an und dann kann man sie wegwerfen. Inzwischen hatte mein Bruder in Gummistiefeln, mit Pumpe und Schippe bewaffnet, den Keller wieder trockengelegt, während ich die Kugeln mit Borte drum herum, die nass geworden waren, unter der Terrasse an die Wäscheleine hängte. Mutter wischte derweil die Diele trocken, die jetzt schon wieder aussieht, als ob nichts gewesen wäre.

Alles in allem haben wir auch noch Schwein gehabt. Wär es im Winter passiert, wär es weitaus schlimmer gewesen, das alles aufzuräumen und sich nicht ne dicke fette Erkältung zu holen. Wär es heute morgen losgegangen, hätten wir im Keller schwimmen gehen können und mein Zimmer und Mutters Schlafstube hätten auch noch dran glauben müssen. Das Abtrocknen der Mauern würde auch länger dauern. So brauch ich nur über den Grillrost steigen, den ich unter meinen Teppisch geschoben hab, damit da Luft rankommt, wenn ich nachher ins Bett will, und Schlappen anziehen, wenn ich durchs Nähzimmer ins Bad will. Solange schlürfe ich meinen Belohnungssekt.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Zu früh gefreut.

Ich hätte letzte Woche echt nicht so laut auf hohem Niveau jammern sollen. Diese Woche bin ich nämlich alleine da, da meine Kollegin ihre Überstunden abbaut. Und nachdem ich gestern ein paar mal schreiend im Kreis hätte rennen können, war es heute wieder so halbwegs okay. Okay, ich durfte heute zum dritten Mal die gleiche Kalkulation machen, weil es dem Kunden eingefallen ist, dass da ja doch noch was geändert werden musste. Und gewisse Dinge werden und werde einfach nicht fertig, weil mir die Übersetzer fehlen.

Aber ansonsten tut mir das alleine arbeiten eigentlich recht gut. Ich rufe zwar jeden Tag meine Kollegin an, weil ich ein bis zwei Dinge fragen muss, aber das ist jetzt so ein bisschen der Probelauf für dann, wenn sie ihren Urlaub nimmt - dann will ich sie nämlich nicht mehr anrufen. Bis dahin muss ich Entscheidungen selbst treffen können oder wissen, wen in der Firma ich fragen kann. Aber heute hatten alle so ein bisschen Mitleid mit mir, weil ich so vollkommen einsam hinten im letzten Büro sitze und vor mich hin tippe. Es kamen so einige zum Feierabend-Wünschen vorbei, weil ich natürlich wieder mal als Letzte gegangen bin. Naja, ich muss ja auch irgendwann mal von meinen Minusstunden von letzter Woche runter.

Ansonsten freue ich mich über die Freuden der Mutter-Tochter-WG. "Du kannst ja wohl mal aufräumen, ich kann das nicht mit ansehen." - "Dann mach sie zu, dafür ist sie da." (Anmerkung: Die Tür zu meinem Zimmer wohlgemerkt.) "Wir drecken hier ein!" - "Mutter? Wir machen mindestens alle zwei Wochen sauber... :suspekt:" Das ich chronischer Spätschläfer jetzt vor meiner Mutter ins Bett gehe ist auch manchmal etwas problematisch. Auf der anderen Seite der Wand neben meinem Bett ist nämlich Mutters Wohnzimmer, und Mutter schaut langsam etwas lauter fern. Und ich warte auf den Tag, wenn sie sich beschwert, dass ich meinen Abwasch so hinstelle und sie ihn machen muss. (Wir erwähnen hier nicht, dass sie ein paar weniger Stunden am Tag unterwegs ist als ich.) Nunja. Dass das nicht so einfach werden würde, wusste ich ja. Da müssen wir durch. Wir kriegen das schon hin. Inzwischen bin ich ja nicht mehr so vollkommen fertig nach der Arbeit, dass ich zu nichts zu gebrauchen bin.

Zu diesem Zweck - nämlich der sinnvollen Abendgestaltung - habe ich heute auch mal nach Sportvereinen mit Volleyballmannschaft in der Nähe gesucht, und siehe da: es ist unheimlich schwer darüber was im Internet zu finden. Hnnngs. Muss ich wohl einfach mal bei wem anrufen. Oder zum Turnier gehen oder sowas.

Ansonsten war am Wochenende Omas 90. Geburtstag. Aus diesem Grund hatten wir meine beiden Cousins zu Gast und dazu dann die Dorfjugend und die Schwester meiner Schwägerin samt Freund, mit denen wir den Abend auf der Terrasse versoffen haben. Ich hab mal wieder das Licht ausgemacht zusammen mit meinem Cousin (wir erinnern uns an die letztjährige Pampa?). Cousin Nummer Zwei wiederum verbrachte den Großteil des Wochenendes im Vollrausch - nach rauschendem Bier und Wodka-Sprite (Yikes! :bradpitt:) rauschten am Sonntag nur noch die Kopfschmerzen, als sich der Jammer der Katze einstellte. Es gab mal Zeiten, da fand ich ordentlich einen trinken und ausgelassen sein auch noch ganz nett, aber das waren ja mal ganz andere Dimensionen. Naja, wer nicht weiß, wann er aufhören muss, dem ist nicht zu helfen. Das Wochenende war aber trotzdem sehr schön, auch wenn ich mir fürs nächste Mal, wenn die beiden vorbeikommen, mal etwas Unterhaltungsprogramm ausdenken werde.

Und sonst so: Ich erwarte dann das nächste H&M-Paket. Anscheinend hole ich in Sachen Klamottenkauf alles auf, was ich mir in den letzten zwei Jahren versagen musste. :ugly: Ein bisschen Geld muss aber trotzdem für eine neues Auto liegenbleiben. Wobei der Kleine demnächst mal einen neuen Auspuff braucht. Und was weiß ich sonst noch. Ich sollte mich vielleicht doch endlich mal beim ADAC anmelden. Wenn ich in WOB liegenbleibe, bin ich ja mehr als hilflos.

Und in einer Stunde muss ich schon wieder im Bett liegen und ich hab noch nicht einmal Abendbrot gegessen. *kochengeh*

Donnerstag, 22. Juli 2010

Ein freier Tag ist schön.

Ab zweien wird's aber langweilig. Und ein dritter - unerträglich! Bei uns herrscht gerade das Sommerloch, weswegen ich seit gestern frei habe. Darüber bin ich jetzt nicht so traurig, konnte ich doch deswegen Großmutters Geburtstagsgeschenk fertigbasteln, heute mit zu ihrem Empfang zum 90. und das alles ohne Stress und Druck. Dennoch, bei dieser Hitze neige ich dazu, zuviel Zeit zu verdaddeln und alles, was ich sonst noch zu tun habe vor mir her zu schieben.

Man kann sich aber auch wirklich zu nichts aufraffen. Zum Denken ist es zu heiß, zum Handarbeiten schwitzen einem die Finger zu sehr, zum Nähen auch, beim Aufräumen schwitzt man auch viel zu doll und draußen kann man sich auch nicht aufhalten, weil es zu heiß ist. 5 Grad weniger, da wärs auch noch schön. Warm, aber nicht so, dass es einen vollkommen lahmlegt. Dafür ist es abends schön, da kann man schön lange mit einem Buch draußen sitzen oder unterm Sternenhimmel in den Pool steigen.

Nunja, am Montag geht's ja dann wieder los. Mal sehen, wieviele freie Tage nächste Woche auf mich zu kommen.

Dienstag, 6. Juli 2010

Die Freuden des Pendelns

Hachja, ich erlebe es jeden Tag, eine Stunde morgens auf dem Weg hin zur Arbeit und eine Stunde abends zurück. Vollidioten, die einen auf der Autobahn rechts überholen, Deppen, die auf der Landstraße unbedingt 140 fahren müssen und sich in meinen Sicherheitsabstand drängeln, das Radio, das immer die gleichen Lieder spielt, wobei ich immer auf der Hälfte der Strecke den Sender von Cooles Ost-Radio zu Cooles West-Radio wechseln muss, Wasserwerfer, die statt dem Getreide auf dem Feld volle Granate die Autos auf der Straße treffen (danke für die Wäsche auch), LKWs, deren Fahrer zu blöde zum Lesen sind und sich trotz mehrfacher Warnschilder trotz Überlänge durch das Nadelöhr von enger Kurve eines Dorfes zu drängen, durch das sie nicht durchkommen, ohne ein Haus zu streifen. Und ich meistens relativ entspannt mittendrin. Jedenfalls nachdem ich die deppigen Autofahrer angebrüllt habe.

Heute hatte ich dann mal besonders viel Spaß: Ich fuhr morgens los, als ich bemerkte, dass meine Öllampe etwas in Morsezeichen von sich zu geben schien. Ich achtete nicht so genau drauf, was es war, aber es sah jedenfalls panisch aus. Zum Glück war ich noch nicht so weit vom Dorf weg, also wieder umgedreht und zurückgefahren. Die Familie war natürlich schon komplett ausgeflogen. Also meinen Bruder angerufen. Der nicht ans Telefon ging. Nochmal angerufen. Keine Antwort. Und was macht man in dem Fall? Richtig, man schmeißt den Nachbarn aus dem Bett. Der kam auch promt und kontrollierte den Ölmesser. Dieser kam nach Abwischen und wieder Eintauchen blitzeblank aus dem ... Dingsda wieder raus. (Ach, man gut, dass ich bei ner Technischen Dokumentation arbeite, da lern ich vielleicht noch, wie das Dingsda heißt.)

Es musste also Öl her. Wir gingen in die Garage, fanden eine Menge Kanister, aber nicht heraus, was davon das Olivenöl für den Salat und was für den Motor war. Also wurde bei der Firma meines Bruders angerufen, deren Bürofrau (oder wars gar die Chefin?) mich mal eben quer durch die Halle zu ihm hintragen durfte, damit er mir sagt, wo der richtige Kanister ist. Gesagt, getan. Drei Liter hat mein Nachbarn meinem blauen Flitzer gefüttert. Danach schnurrte er wieder wie ein Kätzchen. Okay, eines mit Tinnitus, denn irgendwas pfeift da noch ganz hochfrequent beim Fahren. Aber das klären wir dann demnächst. Dank Gleitzeit war das morgendliche Chaos auch gar nicht so schlimm. Bei der Arbeit läuft auch alles etwas besser, nachdem ich letzte Woche das absolute Chaos-Projekt hatte. Man merkt schnell, was für ein Spaß es macht Dienstleister zu sein. Man ist immer der Angearschte.

Etwas Nettes hat die Fahrerei aber doch: In einem Dorf sitzt jeden Morgen ein älterer Herr auf der Banke vor seinem Haus und schaut dem Verkehr zu. Inzwischen grüßt er schon, wenn ich vorbeifahre. :-) Und so hab ich Centis Wunsch erfüllt: bloggen und die Frage zum Ausmaß des Pendeln beantwortet. (Uhhhh, zwei Stunden pro Tag reichen auch.)

Montag, 28. Juni 2010

Home Sweet Home

Die Centi hat mich angeprangert, dass ich nichts über den ersten Arbeitstag berichtet habe. (Bei Centi fällt mir ein, dass gestern meine erste Kornblume im Garten aufgeblüht ist.) Das liegt daran, dass ich abends meistens so platt bin, dass ich keinen Bildschirm mehr anschauen kann. Ich starr ja jetzt schließlich den ganzen Tag drauf. :D

Der erste Arbeitstag ... der ist ja schon so lange her. Vielleicht berichte ich lieber über meine erste Gehaltsabrechnung, die ich heute bekommen habe. Höhöhö. Aber jetzt mal ernsthaft. Der erste Arbeitstag, wie auch die letzten zwei Wochen waren ziemlich überwältigend. Es ist unheimlich viel Zeug, dass ich lernen und mir einprägen muss, von so einfachen Sachen wie der Projektdateistrukturen und dem Anheuern von Übersetzern bis zum Analysieren und Kalkulieren der Projekte und der Nutzung der Firmensoftware zur Abrechnung. Vom Gebrauch der Pad-Kaffeemaschine ganz zu schweigen. Es ist einfach verdammt viel, aber inzwischen kann ich Projekte selbst bearbeiten, es dauert halt nur noch etwas länger. Die ersten Sachen hab ich auch schon hinter mir, inklusive dem Chaos-Projekt (wobei das noch nicht vorbei ist), bei dem wirklich alles auftaucht und schiefgeht, was so schiefgehen kann. My, was hab ich da schon in die Tischkante gebissen. Meiner Kollegin und Vorgesetzten gehts allerdings zur Zeit nicht besser, die hat auch so ein Nerv!-Projekt am Laufen. Aber ja, wir steuern jetzt so langsam auf das Sommerloch zu, da wird es etwas ruhiger werden. Und ich werde dann demnächst auch noch in das Lektorat eingearbeitet.

Es ist also anspruchsvolle und stressige Arbeit. Aber das wusste ich vorher, Agenturbetrieb ist nunmal nicht gemütlich. Spaß macht es trotzdem, besonders, wenn man dem Kunden was liefern kann und von dem Projekt dann wirklich nichts mehr hört, weil alles zur Zufriedenheit erledigt war. Das Umfeld in der Firma stimmt jedoch. Die Kollegen sind nett, meine Büromitinsassin/Köllegin/Vorgesetzte hat mich ja angeheuert und ist sehr nett und geduldig, besonders dann, wenn ich mal hemmungslos auf dem Schlauch stehe. Und wenn ich bei der Programmbenutzung endlich mal nicht mehr ewig suchen muss und mir das leichter von der Hand geht, wird es noch mehr Spaß machen. Ich bin ja eh der Typ, der Einarbeitungsphasen nicht leiden kann. Die könnte ich immer überspringen. Aber in was man sich sonst alles so reinfinden muss, wenn man wieder nur ein Leben hat und nicht mehr so entzwei gerissen ist: früh aufstehen, wer benutzt wann das Bad, Stullen machen, jeden Tag zwei Stunden Autofahrt (die mir aber gerade morgens nichts ausmachen, ich brauch eh solange, bis ich wach und einsatzbereit bin), tanken (wär ich doch in der ersten Woche beinahe auf der Straße stehengeblieben, weil ich an der Tanke vorbeigefahren war und dann keine günstige gefunden hab), sinnvolle Abendgestaltung.

In der ersten Woche war ich echt zu geplättet zu irgendwas. Seit letzter Woche steht aber mehr und mehr Gartenarbeit an. Außerdem gehts abends mit den Dorfnachbarinnen auf eine 20-km-Radtour in zügigem Tempo. Mal sehen, ob wir heute noch fahren oder ob die Nachbarschaft sich immer noch mit Muskelkater quält. Denn *trommelwirbel* ich bin am Samstag offiziell aus der Berliner Wohnung ausgezogen. Wer also noch eine Berliner Adresse von mir hat: ihr könnt sie wegwerfen. Ansonsten war der Umzug ... anstrengend, aber befriedigend. Ich hab ja im vierten Stock gewohnt und bin bei einer Mordshitze ausgezogen. Eingezogen bin ich auch bei Mordshitze. Zum Glück waren wir auch nicht wenig Leute, mein Bruder, sein Beinahe-Schwager, zwei Nachbarn und eine Freundin aus Schulzeiten haben mitgemacht. Wir drei Mädels sind mit einem Auto vorgefahren und haben dann gepackt wie die Verrückten, die drei Männer kamen mit dem LKW (der eigentlich nur ein Sprinter werden sollte, aber der war aus Versehen schon wieder verliehen, also gabs den Wagen eine Nummer größer zum gleichen Preis) hinterher.

Ich hatte am Abend davor ja schonmal mit Kisten zusammensuchen, Zeitungen einpacken, Decken organisieren und schätzen, ob das denn so alles passen würde, angefangen. Ich stand also vor einem Stapel Kisten und schätzte 4 für die Bücher, 2 für die DVDs, 3 fürs Geschirr und ähnliches - und schon waren die Kisten alle weg und Schreibtisch, Dekokrams, Computerkrams, Technikkrams und Unikrams noch nicht mal ansatzweise gepackt. Ich also zur Nachbarin rüber, die mir noch Umzugkisten angeboten hatte, und diese noch ausgeliehen. Als ich damit wieder daheim ankam, wurde ich sowohl von Muttern als auch von Bruder angemacht, warum ich denn bitte soviele Kisten mitschleppen will. Man könne doch auch alles dann so lose da ins Auto schmeißen. Boah, was war ich sauer. Keine Ahnung haben, was ich so in und auf meinen Schränken und unter meinem Bett verstauen kann, aber mich anmaulen, weil ich soviele Kisten besorge, dass es reicht. Und dann auch noch sagen, man kann das ja dann so nehmen. Klar, dann geht man nur für den Inhalt einer Kiste ungefähr 5 mal die vier Etagen. Und Recht hatte ich auch noch. Als die Männer ins Zimmer kamen am Samstag, ist ihnen auch erstmal die Kinnlade runtergekippt. Das ich ne komplette Wohnung in dem Zimmer hatte und in den 5 Jahren, seit ich da wohnte, noch viel angeschafft habe, war denen wohl wirklich nicht in den Kopf gekommen. Aber gut, dass ich mich nicht hab beirren lassen.

Von den Mitbewohnern war übrigens nur eine da. War mir auch recht, ich muss von denen keinen wiedersehen. ;) Sie hatten ja gesagt, ich kann alles mitnehmen, was meins ist. Also ließ ich voller Genugtuung Flurlampe und Badezimmerschrank abbauen. Den Netzrouter hab ich selber ausgekabelt. Nicht das ich das Ding brauche, aber da lassen brauch ichs auch nicht. Der Umzug war bis kurz nach Mittag gelaufen, dann fuhr ich noch ein letztes Mal mit dem Fahrrad zum Lidl, um Wasser und Plastegabeln zu kaufen, denn meine Gabeln für den Kartoffelsalat lagen in irgendeiner Kiste an einem Ende des LKWs, zu dem ich nicht hinklettern konnte. Nach dem Futtern gings auf wieder nach Haus. Ich bin übrigens zum ersten Mal Auto gefahren in Berlin für die Aktion. Konnt mich aber auch nicht stören, jetzt fahr ich ja eh jeden Tag Autobahn. Tja, und jetzt besteht meine Abendbeschäftigung im Kistenauspacken, Dinge sortieren und schauen, was noch in mein Zimmer hier hineinpasst. Aber das Glück haben wohl nur die Bücher, die DVDs und die Bilder an den Wänden. Die Bücher und DVDs sind auch schon ausgepackt, ein paar Bücher werde ich auch aussortieren und unter die Leute bringen. Ich seh mich schon einen Sonntag auf dem Flohmarkt stehen und mein überflüssiges Zeug verhökern.

Tja, das waren die letzten zwei Wochen. Wahnsinnig viele Veränderungen und das Zusammenführen von zwei Leben. Übrigens hat sich die Firma gemelden, bei der ich Praktikant war. Eine Stelle wär frei, ob ich denn nicht gerne und so. *hüstel* Ja nee, ne. Auch wenn Arbeitsklima gut und Kollegen nett waren, Arbeitszeiten und Bezahlung warens nicht. Und das Umfeld erst. Wer will denn schon in Berlin wohnen. ;-)

Freitag, 11. Juni 2010

Daheim

Man merkt, dass man endlich irgendwo angekommen ist, wenn man die Waschtasche, die man die letzten paar Jahre von einem Ort zum anderen geschleppt hat, endlich auspacken und den Inhalt in eine Schublade packen kann. Das hab ich eben getan und ich hoffe, dass ich das Ding von jetzt ab nur noch zum Verreisen packen muss. Gestern war ich in Berlin, habe den Mitbewohnern ihr und mein Glück mitgeteilt und angefangen zu packen. In zwei Wochen passiert dann der Umzug. Ich hab zwar noch keine Ahnung, wie ich meine Bücher hier unterbringe, aber irgendwie wirds schon passen. Und ich werde froh sein, wenn ich mit denen alles hinter mich gebracht habe und da endgültig raus bin.

Der Grund des Ganzen: Ich habe einen Job in WOB. Einen richtigen, echten Job mit richtigem, echten Gehalt. Montag geht's los und ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen. Das bringt auch mit sich, dass ich wieder in der heimatlichen Steppe wohnen kann. Ich bin schon gespannt auf die ersten mitleidigen Blicke, wenn ich sage, dass ich wieder zu Hause bei meiner Mutter einziehe. Dabei bin ich eigentlich eh nie weg gewesen. Die richtigen ausgiebigen Freudenschreie gebe ich dann von mir, wenn ich am Montag den ersten Tag hinter mir habe.

Dienstag, 8. Juni 2010

Hochzeit machen, das ist wunderschön ...

Wenn bei uns gefeiert wird, dann ja so richtig. Und da die Hochzeit das erste und letzte große Fest im Leben des Altmärkers ist, haben wir gedacht, wir machen das nach alter Sitte und feiern eine Woche lang. Also war am Samstag, nachdem meine Mutter und ich unsere Ballkleider abgeholt hatten, erstmal der Junggesellinnenabschied dran. Wir haben eine entspannte Radtour gemacht und dann im Märchenpark gegrillt und lustige Spiele gemacht. Sonntag wurde der Hausputz beendet und am Abend die Blumen für die Kränze gebastelt. Weiße Rosen aus Krepppapier. Am Montag wurde ein Wildschwein in mundgerechte Stückchen zerlegt für das Wildgulasch zum Polterabend.

Dienstag ... was war eigentlich am Dienstag? Oh ja, Dienstag war das Kränzewickeln dran. Mein Bruder und sein Trauzeuge hatten am Sonntag dafür ca. 30 kleine Bäume geschlagen. Wir brauchten nichtmal die Hälfte davon. Noch dazu dachten wir, wir würden stundenlang wickeln und waren dann nach anderthalb Stunden fertig. Die Männer schnitten die Zweige und die Frauen banden die Türkränze. Danach gabs lecker Stullen und wa zu trinken.

Mittwoch war Polterabend. Es flog ganz schön was durch die Gegend und zwei Fässer Bier wurden geleert. Der erste Satz an Geschenken war auch schon da. Und: das Wetter war endlich besser. Bis zum Mittag hatte es geregnet, aber dann kam die Sonne raus und es wurde warm. Ansonsten war der Polterabend aber recht unspektakulär. Ich hab aber eine alte Schulfreundin wiedergetroffen und mich gut mit ihr unterhalten. Donnerstag hat Muttern dann die Hochzeitstorte gemacht und ich hab draußen fertig aufgeräumt und mir dabei einen schönen Sonnenbrand geholt. Aber was tut man, um auf den Hochzeitsfotos nicht wie Sebastian die Krabbe auszusehen? Richtig, man hält den Rücken zur Sonne. (Heute ist mir auch aufgegangen, warum die im Wilden Westen immer Halstücher umhatten. Das hält die Sonne aus dem Nacken. Hat mir heut beim Rasenmähen sehr geholfen. Übrigens - ich habe rasengemäht mit dem Trecker. *grunzgrunzgrunz* Bis mir der Sprit ausging. *tucktucktuckertucker*)

Ja, Donnerstag abend zum Kirche putzen und schmücken war ich jedenfalls schon recht gut gebräunt oder besser gerötet. Die Kirche war auch eine längere Angelegenheit. Der Kranz musste aufgehängt werden um die Kirchentür herum, alle Bänke geputzt, die Decke von Spinnweben befreit, die Teppiche und Fußböden gesaugt und dann ein ganzer Schwung kleiner Gestecke gebastelt werden für die einzelnen Bänke. Dann Stühle und Bänke gestellt und mit Hussen versehen und zum Schluss das Herz gelegt, in dem das Paar während der Trauung sitzt, und mit Rosen besteckt. Die Kirche war einfach wunderschön.

Am Freitag war dann endlich der große Tag. Am Morgen war die Trauung im Standesamt, und ehrlich - etwas Liebloseres kann ich mir gar nicht vorstellen. Zwanzig Minuten und alles war fertig. Leider hatte die Standesbeamtin auch nicht die schönste Sprechstimme, sondern klang etwas leierig und im Hintergrund lief leise "Love is in the Air" mit Umpfta-umpfta. Eeek. Das Ja-Wort war aber trotzdem sehr schön und ergreifend, weswegen wir auch alle ein paar Tränchen verdrückt haben. Draußen vor dem Standesamt musste das Paar dann erstmal über ein paar gespannte Leinen drüber und bekam die ersten Glückwünsche dann von den Arbeitskollegen. Dann gings im Autokorso über den heimatstädtischen Ku'damm - hupenderweise - und dann für das Brautpaar in das eine Dorf, für Muttern und mich in das andere, damit wir die letzten Sachen erledigen konnten und unsere Gäste in Empfang nehmen und auf die Nachbarn bzw. ihre Hotels verteilen konnten. Daher Schnittchen geschmiert, ich hab meine letzten Sachen zusammengesucht und die eintrudelnden Gäste begrüßt und den Schnittchen vorgestellt und endlich mal wieder all meine Tanten und Onkel und Cousins und Cousinen wiedergesehen.

Irgendwann trudelte dann der Bräutigam ein, um sich umzuziehen, und wurde dann wieder zum Heimatdorf der Braut gefahren, um sie wieder abzuholen, diesmal im richtigen Brautkleid. Dann sind sie wieder bei uns eingetrudelt, um noch ein paar Fotos zu machen unterm Kranz, und dann gings zur Kirche ins Nachbardorf. Oder besser erstmal zum Hof ein paar Häuser weiter. Als alle versammelt waren, wurde der Hochzeitszug aufgerufen, die jungen, unverheirateten Paare zuerst (jede Dame bekam einen Tischherrn, da wird bei Hochzeiten hier extra so eingeladen, dass es passt), dann die Blumenkinder und das Brautpaar und dann die verheirateten Paare. Als die Kirchenglocken zu läuten begannen gingen wir zur Kirche hin. Die jungen Leute bildeten draußen ein Spalier, durch das die Brautleute und die Verheirateten hindurchgingen, dann gingen auch wir hinein in die Kirche und namen wieder unsere Plätze vorne im Spalier um die Brautleute herum ein. Ein paar Leute aus dem Dorf waren auch gekommen, um sich den Hochzeitszug und die Trauung anzusehen.

Und die Trauung war so schön. Das hätte ich dem Pastor beinahe nicht zugetraut, aber er hat eine wunderschöne Trauung abgehalten. Da stiegen mir mehr als einmal die Tränen in die Augen. Die wunderschöne Kirche, Orgelmusik, die Lieder, die Predigt - einfach alles toll. Okay, dem Pastor sind die Ringe vom Kissen gefallen (kein Wunder bei der Festbindekonstruktion), aber gestört hat das keinen. Nach der Trauung gingen die jungen Leute wieder zuerst aus der Kirche und bildeten wieder ein Spalier, dann kamen die Brautleute und dann der Rest. Draußen war ein kleiner Taubenschlag aufgebaut mit Täubchen drin zum Fliegenlassen. Dann postierte uns der Fotograf zum Hochzeitsfoto und dann noch einmal zum Zug, diesmal mit den Brautleuten vorweg und den jungen Leuten ganz zum Schluss. Es wurden mehr Fotos gemacht und schließlich ging's ins nächste Dorf zum Festschmaus samt Feier.

Die Feier verging wie im Flug - Essen, Tischreden, Hochzeitszeitung (von mir mit verfasst und vorgetragen), mehr Essen, noch mehr Essen und schließlich der Eröffnungstanz. Normalerweise ist es ja so, dass beim Eröffnungstanz irgendwann die Elternpaare dazugenommen werden oder irgendwie abgeklatscht wird. Aber bei dem Tanz nicht. Es war so schön, das alle nur im Kreis um das Paar standen und ihnen beim Tanzen zugeschaut haben. Ich hatte meinen Bruder ja mehr oder weniger dazu gezwungen, einen Tanz auszusuchen und die Auswahl nicht dem DJ zu überlassen, hatte ihm einen Schwung Lieder vorgespielt und wählen lassen und er hatte das Lied gewählt, dass ich auch am schönsten fand und ganz furchtbar romantisch: Ich tanze mit dir in den Himmel hinein, gesungen von Max Raabe. Haaach, ganz ganz toll.

Dann durfte auch der Rest mittanzen. In den Tanzpausen führt bei uns meist irgendwer irgendwas vor. Meine Mutter hatte ein plattdeutsches Gedicht, die Berliner Verwandschaft tanzte was vor, das Heimatdorf sang maskiert und ... sagen wir mal etwas freizügig bekleidet. Nebenbei vereinte ich noch die Gruppe von Leuten, die das Schlafzimmer etwas umdekorieren wollte und fuhr mit ihnen rüber. Wir waren aber sehr human. Der Reis kam vors Bett, das Bett wurde überhaupt erst einmal gemacht, Luftballons kamen in die Dusche, Klopapier wurde über Schränke verteilt, die Toilette mit Frischhaltefolie abgeklebt und die Türen mit Tesafilm bespannt. Ja okay, die letzten Sachen waren etwas fies, aber wenigstens haben wir das Bett ganz gelassen.

Dann präparierte ich noch die Kellen für das Übereinstimmungsspiel, das grandios witzig war. Da hat die Nachbarin beim Fragenzusammenstellen ganze Arbeit geleistet. Es wurde weiter gelacht, getanzt und gegessen, der Hochzeitskuchen wurde angeschnitten, um Mitternacht wurde dann der Schleier abgetanzt und irgendwann um halb drei gings nach Haus. Nicht unbedingt spät für unsere Verhältnisse. Und Attis Katzenliebe hatte ihre guten Seiten gezeigt, wir hatten ein Traumwetter für eine Traumhochzeit.

Am Samstag gab es morgens dann auf dem Saal nochmal Frühstück und dann gings auf zum Wiegenfüße holen. Es möge doch mal kommentieren, wer diesen Brauch kennt: die jungen Leute besteigen einen Wagen und fahren in den Wald, um einen Baum zu fällen und nach Haus zu transportieren, wo dieser dann von den Brautleuten einmal gesägt werden muss. Okay, der Wagen war in unserem Fall ein Kremser und wir hatten ein Fass Bier, einen Korb voller Schnaps, eine Kiste Wasser und einen weiteren Korb voller Fressalien dabei. Damit zockelten wir kreuz und quer durch das Waldgebiet, bis wir dann zu einer Waldhütte fuhren (ein Einsiedlerdomizil! :D), in den Wald gingen, eine Birke aussuchten und sie fällten. Zum Glück hat sich keiner mit der Axt ins Bein gehackt. Dass der Baum in die richtige Richtung fällt, war eh klar, wir hatten schließlich einen gelernten Waidmann dabei. Dann gings heim, wo dann gesägt wurde. Danach wurde gegrillt, und wer wollte von den 50 Mann, die so da waren, konnte den Pool besuchen. Ich wollte. Danach war ich überhaupt erstmal wieder halbwegs am Leben. Danach trudelten so langsam alle von dannen. Meine Cousins und Freundin blieben noch einen Tag länger und die Nachbarinnen kamen noch rüber, so dass wir zum Kleingeldgeschenke-Auseinanderklamüsern und -Zählen herangezogen wurden.

Am Sonntag wurde noch der Rest des Besuchs verabschiedet (von dem es toll war, noch so lange zu bleiben) und dann aufgeräumt. Am Nachmittag lagen Mutter und ich nur fertig in der Gegend. Dennoch ging alles ohne größere Krisen und Probleme ab. Okay, außer dass sich die Cousine der Braut von ihrem Freund ausgerechnet bei der Hochzeitsfeier trennen musste, aber hey, was zum Tratschen und Drüberherziehen muss es auch geben. ;)

Morgen steht dann die nächste Feier an: Muttern hat Geburtstag und ich darf wieder Kellnerin spielen. Aber wenigstens bin ich mal bei bei Mutters Geburtstag. Großstadt ade - scheiden tut in diesem Fall mal nicht weh. Die Gründe dafür gibt es später, ich muss noch Mutters Geschenk fertigmachen.

Montag, 26. April 2010

Der Fluch der Dinosaurier

Dinosaurier verfolgen mich ja. Meistens in meinen Alpträumen, und genauso einen hatte ich letzte Nacht mal wieder. Ich habe, seit ich Jurassic Park mit zarten 12 Jahren gesehen habe, einfach höllische Angst vor den Viechern. T-Rexe sind besonders schlimm. Beim Rest kommts drauf an, wie es guckt.

Nunja, letzte Nacht hetzten mich also mal wieder ein paar Dinos durch die Gegend. Irgendwann habe ich plyschologisierend mal erkannt, dass die Dinos meistens für eine bestimmte Angst stehen. Was die derzeitige Angst ist, dürfte klar sein, bleibt nur noch die Frage, was mir mein Unterbewusstsein heute nacht genau mitteilen wollte. Und hier wirds abstrus: erstmal erkannten ich und die Gruppe Menschen um mich herum, dass die Dinos nur spielen wollen. Die schauen einmal um die Ecke, und wenn man dann schreien und händewedelnd das Weite sucht, dann stufen sie einen als Gefahr ein, kommen hinter einem her (und sie sind schneller) und fressen einen auf. Bleibt man ruhig und still, wie uns das Dr. Sam Neill erklärt hat, schauen die Dinos noch ein zweites Mal ums Eck, und ist man dann immer noch ruhig und still, dann mögen sie einen und sind treuere Freunde als jeder Hund. Äh ja, wertes Unterbewusstsein, die Botschaft 'Don't panic!' hättest du mir auch ohne Dinosaurier schicken können.

Aber mein Unterbewusstsein wusste mich auch noch zu erschädigen. Als Retter in der Not schickte es mir Michael Trucco, der in meinen Traum spazierte, gar tollig war und die bösen Dinosaurier vertrieb. Ich deute aber noch daran, was genau das jetzt bedeuten soll.

Donnerstag, 22. April 2010

Hab ich eigentlich erwähnt,...

... das ich Lost toll finde? Es jammern ja viele, dass das alles vollkommen wirr ist oder dass es so planlos wird und die anscheinend nie darüber nachgedacht haben, wie sie das ganze zu Ende kriegen und wäh, aber ich finde, wenn jemand es schafft die wichtigsten Ereignisse aus 5 Staffeln in einer Parallelwelt in komprimierter Form noch einmal zu erzählen, dann ist das zwar viel Info, aber nicht unbedingt wirr. Ich wette, Desmond gehen glatzköpfige Leute immer noch am Allerwertesten vorbei.

Hab ich eigentlich erwähnt, dass ich jetzt auch zur fahrradfahrenden Bevölkerung Berlins gehöre? Mit meinem blauen Blitz aus dem Hause Diamant bin ich jeden Tag zur Arbeit unterwegs. Okay, mein Blitz ist mindestens 30 Jahre alt, die Reifen stehen kurz vorm Zerfall, ich warte nur darauf, dass mir die Handbremse mal um die Ohren fliegt und ich will nie nie nie im Dunkeln fahren, weil ich bei dem Dynamo auch gleich schieben kann, aber das Fahrrad ist noch immer so blau wie am ersten Tag. Das kam übrigens so mit dem Fahrrad: ich bekam ein Schreiben, dass ich mein Zeugnis beim Bahnhof abholen kann, denn die Post hatte mich bei der Zustellung nicht angetroffen. Ist ja auch kein Wunder, ich arbeite ja jeden Tag. Es war aber schon April und der poststudentische Geiz war bei mir ausgebrochen: 4 Euro für eine Fahrt über eine Station oder das Fahrrad, 4 Euro oder das Fahrrad. War klar, was gewinnt, oder? Also strampelte ich nach der Arbeit los und holte mein Zeugnis. Hab ich eigentlich erwähnt, dass eine 1,1 als Abschlussnote drauf stand? Nein? Na sowas aber auch. Nachdem ich heute bei der Arbeit einmal mit Lob überschüttet wurde, wollte ich mir das auch mal wieder ins Gedächtnis rufen. Falls also jemand ne Übersetzerin sucht, ich kann was und bin auch noch gut darin. :-)

Mittwoch, 21. April 2010

Elanor und Niphredil...

So, der Winter wär dann auch mal blogweise beendet. So *nachobendeut*sah es um Ostern rum im Wäldchen hinter dem Dorf aus. Wilde Narzissen, die den ganzen Waldboden bedeckten, und dazwischen Buschwindröschen. Ich weiß nicht, welche Blumen Tolkien im Sinn hatte, als er von Elanor und Niphredil sprach, aber mir fiel's spontan ein, als ich in dem Wäldchen stand. Das schönste, was ich seit langem gesehen hatte.

Ansonsten ist inzwischen auch mein Garten enttaut und bebaut. Die ganzen Blumenzwiebeln vom letzten Jahr sind aufgegangen, die Rosen hab den Frost alle überstanden, auch wenn ich das komplette alte Holz abschneiden musste. Hauptsache, Vaters schöne Rose, die mit den kleinen gelb-orangen Blüten, die so gut riecht, treibt wieder aus und kommt zum Blühen. Meine selbstgezogenen Tomaten werden im Moment abgehärtet am Wochenende, und ich hoffe, die halten sich noch solange mit dem Wachsen zurück, bis ich sie pflanzen kann. Aber die Woche kommt mir immer noch länger vor im Moment, und das Wochenende verfliegt so furchtbar schnell. Das Heimweh wird von Woche zu Woche schlimmer. Aber wir arbeiten ja dran.

Montag, 12. April 2010

*seufz*

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das alles nie funktionieren wird. Dass ich nie den Start in die Berufswelt schaffe, dass ich es nie schaffen werde, aus Berlin wegzukommen, dass ich nie das bekommen werde, das ich möchte. Montags ist es ganz besonders schlimm, so dann auch heute. Außerdem hab ich mich heut mit lauter Bürokratiemist rumgeplagt und werde es weiter tun. Und danach kann ich meinen Frust mit einem Spaten im Garten auslassen, bevor ich dann wieder in die versiffte Großstadt zurück muss. Ich bin es so leid, meine Zeit an einem Ort verbringen zu müssen, den ich hasse wie die Pest, weil die Konsequenzen noch unamüsanter wären.

Ich versuche das alles zwar so gut wie möglich durchzustehen, aber manchmal ist es einfach nur zum Kotzen.

Mittwoch, 31. März 2010

Lustig war das Studentenleben...

... und heute gehts offiziell zu Ende. Wenn die Aussichten nicht gerade so extrem mies wären, dann würde ich das vielleicht auch noch eher zu feiern wissen. Ein bisschen vermisse ich die Freiheiten schon. Flexiblere Zeiteinteilung, Krankenversicherung nicht so teuer, bessere Verdienstmöglichkeiten... nunja, was solls. Jammern hilft ja auch nicht. Also ran an den Speck. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder...

Heute war der Tag, wo der Schnee ernsthaft anfängt zu schmelzen, wo der Himmel blau ist und die Sonne einem schon den Rücken wärmt. Ich hatte den ganzen Tag einen Blick auf die Spree und habe zum ersten Mal gesehen, dass am anderen Ufer ein Grasstreifen ist. Da tummelten sich unter Mittag auch recht viele Berliner und genossen die Sonne. Ich bin erstmal gespannt, wies zu Hause aussieht und ob schon Blumen im Garten herausgucken aus der Erde.

Ansonsten bahnt sich gerade wieder ein Vorstellungsgespräch an, wenn auch leider nur für ein zweites Praktikum. Schaden kanns aber trotzdem nicht. Ich werd eh erst nach dem Gespräch wissen, wie es weiter geht. Ich bin gespannt und so langsam lässt das 'Mimimimi hättet ihr nicht mal eher' auch wieder nach.

Montag, 15. Februar 2010

Wie die Zeit vergeht

Jetzt, wo die Uni soweit erledigt ist, kann ich die Abende neben Jobsuche, Einstellungstests und Dings darauf verwenden das Chaos zu beseitigen, das hier in der Wohnung schon ewig herrscht. Die Ewigkeit konnte man am besten an der Ablage des Papierkrams feststellen. Da fand ich Lohnabrechnungen und Bankauszüge von 2008, die noch fest verpackt in ihren Umschlägen in der Briefablage steckten. Ich dachte, ich hätte letztes Jahr wenigstens einmal die Ablage erledigt. Da merkt man, wie die Zeit vergeht.

Diese Woche wird wohl nur noch etwas Wohnraumoptimierung stattfinden, damit ich die Herdplatte permanent wohin stellen kann. Nächste Woche ist mein Bruder hier, da ist das Zimmer zu voll, um groß was zu räumen. Und danach will ich die Unisachen sortieren verstauen. Pfuh, da wird nochmal ein Akt.

Freitag, 12. Februar 2010

Der Fluch der Ehrgeizigen

Wenn man bei einer Arbeit auf eine 1,0 abgezielt hat, dann ist man natürlich über eine 1,3 ein wenig enttäucht. Für alle, die mir jetzt eins über den Deckel dafür ziehen wollen, macht ruhig. Ich vertrete zwar generell die Ansicht, dass das Leben kein Wettlauf ist und ich mich nicht mit anderen vergleichen muss, aber wenn ich weiß, dass ich etwas hätte besser machen können, dann ärgert mich das. So wie jetzt. So ein bisschen. Außerdem nimmt man sich Kritik meist mehr zu Herzen als Lob. Und Lob gabs auch sehr viel. Besonders "Die Arbeit ist sorgfältig erstellt und zeugt von großer Vertrautheit mit der Materie, ohne in die unkritische Perspektive des Fans zu verfallen." Das hat mich gefreut.

Und auch die Kritik hat ihre Berechtigung und ist für mich ein Ansporn, es besser zu machen, sollte ich denn promovieren wollen. Was mir meine Professorin auch nahegelegt hat. Das freut mich auch.

Und jetzt? Jetzt gehts erstmal heim. Das Wochenende wird zum Abschalten und sich sortieren genutzt, und dann muss ich Informationen sammeln über meine Möglichkeiten, überlegen, was ich will, und im Allgemeinen meine Möglichkeiten ausloten. Ich weiß, wo ich hin will, und das will ich mir irgendwie ermöglichen. Da will ich mich nicht vom Feigenbaum entmutigen lassen.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Mich überkommen ja ...

... doch die Zweifel, ob Muttern nicht recht hatte. "Lern was Ordentliches!" hat sie gesagt. "Warte lieber noch mit der Zusage!" hat sie gesagt. "Werd nicht schwanger!" hat sie gesagt. Naja, wenigstens an eins von dreien hab ich mich gehalten. Für das Erste isses jetzt aber eh zu spät, und für das Zweite eigentlich auch. Ich kann ja auch nicht ahnen, dass sich eine Firma nach vier Wochen nochmal meldet. Hätte ich gewartet, hätte ich mich noch etwas besser auf die Verteidigung morgen vorbereiten können. Andererseits wär nicht sicher, ob ich dann ab April was habe und vielleicht wär ich noch panischer.

Andererseits ist das finale Ziel aber doch, in der Heimat was zu finden. Daran werd ich dann ab nächster Woche wieder arbeiten. Es macht mich ganz wuschig, dass ich nicht die Stellenbörsen nach Anzeigen absuchen konnte in den letzten Wochen, weil ich anderes zu arbeiten hatte.

Aber Oh Mein Gott, ich hab morgen Verteidigung. Und Oh Mein Gott, ich werde wahrscheinlich meine Note erfahren. Oh Mein Gott, ich werde furchtbar unzufrieden sein. OhmeinGottohmeinGottohmeinGott.

Irgendwann, wenn ich das alles geschafft habe, kann ich mich hoffentlich trotzdem einfach hinsetzen und einen darauf trinken, dass ich das alles ohne schwerwiegende Krisen hinter mich gebracht habe. Falls ich heute abend nicht noch einen Nervenzusammenbruch kriege.

Mittwoch, 10. Februar 2010

"Gibt es keine Sonne in diesem verfluchten Land?"

Wurde gerade im Fernsehen gefragt, passt aber auch zum Wetter. Ich schaue mal wieder Robin Hood und ärgere mich darüber, dass nachsynchronisiert wurde. Verdammt, ich kenne die alte Version auswendig mitsamt Intonation, da stört mich diese lasche Neusynchro ganz gewaltig. Ich muss wohl mein altes Video davon auch aufheben.

Ansonsten freue ich mich ja über meinen Körper. Ich meine, es --- ahhh, sie haben den Sheriff neu synchronisiert! Ich glaube, jetzt muss ich wegschalten. Whoa, ist das grausam. Und dabei hat er den besten Text! Der Löffel! Wo war ich? Ach ja, der Körper. Ich meine, ich bin ja recht dankbar, dass mein Körper erst zwei Tage vor meiner letzten, finalen, allerletzten und entscheidenden Uniprüfung anfängt mich mit Stressdingen zu quälen. Dafür kommt es gerade ein bisschen geballt. Magen, Lunge könnte sich alles so ein bisschen einkriegen. Und dann war da noch eine Email, die mir jetzt eigentlich nicht so passend kam. Aber naja, mal sehen, was daraus wird. Jetzt gibt es jedenfalls erstmal was zu futtern.

Freitag, 5. Februar 2010

Forum?

Forum noch bei wem weg? Kann ich nichtmal meinen Frust über diese dämliche Ziege loswerden, mit der ich zusammenwohne. Die mir großkotzig erzählt hat, dass da so ein paar Leute zu ihrem Geburtstag kommen, aber um 12 gehen sie dann wieder. Hätte sie auch gleich sagen können, dass sie 12 Uhr Mittags am nächsten Tag meint. Prinzipiell wär ja auch alles okay gewesen, wenn die nicht die Tür aufgelassen hätte. Mir war selbst mit Kopfhörern nicht viel zu helfen. Wenn ich die mit Tiernamen beschimpfe, dann tu ich den armen Tieren Unrecht. Ich habe Ziegen kennengelernt, die rücksichtsvoller sind.

Boah ey.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Warten auf den Frühling

Heute hat mich zeitweise wirklich mal die Sehnsucht nach dem Frühling gepackt. Wenn die Sonne wieder wärmt, wenn die Blumen wieder blühen und die Vögel wieder zwitschern (auch wenn ich dann wieder Mitleid mit Alca haben muss), wenn ich abends mit meinem Hund im Sonnenuntergang spazieren gehen kann, und wenn es überhaupt so schön auf dem Land ist.

Und dann geht mir auf, dass ich davon hier nicht viel haben werde. Egal, was ich auch mache, ich muss irgendwie raus aus dieser Stadt. Es ist mir hier einfach zu eng. Aber wenn ich dann über meine Zukunft nachdenke, dann könnte ich schon wieder in Depressionen versinken. Und dann hab ich wieder Sehnsucht nach dem Frühling.

Dienstag, 2. Februar 2010

Maaaann, kann mal einer den Stress abstellen?

Hach, die Freuden einer 40-Stunden-Arbeitswoche, neben der man noch seine Verteidigung vorbereiten darf. Da kommt man dann abends um kurz vor halb acht nach Haus, macht sich nen Kaffee und fängt an, am Eingangsstatement weiterzuarbeiten. Könnte ich meine Synapsen länger als zwei Stunden zusammenhalten, wäre ich wohl schon letzte Woche fertig geworden, aber so passiert das Ganze häppchenweise. Dazu dann noch ein bisschen anderes Zeug und schon fühlt man sich, als hätte man drei Jobs.

Zusätzlich bin ich auf der Suche nach einem vierten, denn irgendwann muss ich ja auch mal leben können von dem, was ich da tue. Heute hatte mich auch ganz heftig die Unzufriedenheit und Unruhe gepackt und ich habe mal ein bisschen rumgesucht. Nuja. Mal sehen, ob das irgendwohin führt. Dafür bin ich jetzt tierisch müde, kann aber die Finger nicht stillhalten. Und im Fernsehen kommt nur Twelve Monkeys, das verbessert meine Stimmung auch nichtmal minimal.

Gestern nacht hab ich noch die letzte Episode von Dollhouse geschaut. Sehr schön. Ich finde nur, sie haben die falschen Männer um die Ecke gebracht. Ich weiß ja, um das Drama zu erhöhen, tötet man gerne mal Leute, aber ich finde das wahnsinnig oft wahnsinnig sinnlos. Topher hätte bestimmt auch noch ne Fernbedienung für dieses Ding bauen können. Und Paul hätte ruhig mal weniger labern und den Kopf runternehmen können. Und warum Alpha das Dollhouse unbedingt verlassen musst, das versteh ich erst recht nicht. Naja, wenigstens wurde er nicht wie ein Blatt im Wind mitten im Flug von einem Dings aufgespießt. Kann mir gar nicht vorstellen, wer sich sowas ausdenken könnte.

Sonntag, 31. Januar 2010

Die Bahn kommt - irgendwann sicher mal.

Ich sehe ja ein paar Monaten entgegen, in denen ich am Wochenende nach Haus fahren werde. Dieses Wochenende war das erste dieser Wochenenden, und da kam schonmal alles zusammen, was da so kommen konnte.

Es fing am Freitag damit an, dass mein Zug 10 Minuten zu spät losfuhr. Aus zehn Minuten Verspätung wurden bald über 20, was leider zu spät war für meinen Anschlusszug, der auch nicht wartete, obwohl darum gebeten worden war und obwohl es der letzte Zug gen Heimat an diesem Abend war. Es war saukalt, es schneite, die Bahnhofshalle war zu und von der Bahn war niemand weit und breit zu sehen. Zum Glück waren noch drei andere Reisende mit dem gleichen Ziel gestrandet, so dass wir uns ein Taxi gen Heimat nahmen. Über hundert Euro, die die Bahn dann demnächst erstatten darf. Aber das man da so hilflos stehengelassen wird, ist schonmal ein Unding. Ich warte dann auch die nächste Fahrpreiserhöhung, denn die Leute mit dem Taxi nach Haus zu befördern, ist wohl auch nicht Ziel eines Zugunternehmens.

Heute bei der Rücktour gings dann weiter. Ich war schon einmal am Nachmittag am Bahnhof gewesen, um meine Fahrkarte zu kaufen. Nur leider musste ich feststellen, dass der Automat verschwunden war. Der Schalter war zu - keine Spur von irgendeinem Bahnmitarbeiter, keine Fahrkarten an diesem Tag. Pursi schrie innerlich einmal rum, weil ich mich mit diesem Drecksonlineticketdings auseinandersetzen durfte, obwohl ich erstmal zum Geburtstag der Nachbarin eingeladen war. Zusätzlich dazu war mein Anschlusszug wieder mal 25 Minuten zu spät. Also wieder frieren auf dem Bahnsteig, so wie letzte Woche. Und wen trifft man da? Jemanden von den Leuten, mit denen man sich am Freitag das Taxi geteilt hat. Wenigstens gabs Gesellschaft.

Ich bin mal gespannt, wie oft ich wohl pünktlich irgendwohin komme, wenn ich diese Zugverbindung nehme. Strichliste ist angesagt, allerdings mach ich nur Striche, wenn ich pünktlich ankomme. Das wird wohl weniger Arbeit machen.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nein, ich lenke nicht ab.

Ich blogge nicht nur, weil ich gerade etwas vollkommen anderes machen müsste. Zum Beispiel was für die Verteidigung der Masterarbeit zu machen. Ich warte auch nur darauf, dass der Kaffee wirkt und dann gehts fröhlich weiter.

Ich versuche den Ärger vom Wochenende gerade auch so ein bisschen hinter mir zu lassen. Nützen tuts eh nichts, und ich hab alles gesagt, was ich zu sagen hatte. Muttern bringen meine Gefühlsausbrüche auch zumindest immer zum Nachdenken. Manchmal hab ich den Eindruck, sie denkt, ich hab gar keine Gefühle, und ist vollkommen verwundert, wenn ich dann mal sage, das mich manche Sachen unglaublich verletzen. Es hilft im Übrigen auch nicht so sehr weiter, dass Muttern jeden Tag fragt, wies mir denn gefällt beim Praktikum und dann ganz verwundert ist, dass es mir gefällt. Äh. Hallo? Hätte ichs gemacht, wenn ich nicht denken würde, dass es mir gefallen könnte?

Allerdings bemerke ich, dass ich ein bisschen zu schüchtern bin im Moment. Im Theater kannte mich jeder, und ich war da lange genug, um mich so zu geben, wie ich bin. Hier muss ich mich erst eingewöhnen. Außerdem bin ich nunmal ein Freak mit seltsamen Interessen und Vorlieben, die ich im Moment noch nicht so gerne raushängen lassen möchte. Das können wir machen, wenn ich mich besser eingewöhnt habe. Mein Banknachbar ist auch für die nächsten paar Tage nicht da, was es auch nicht einfacher macht. Nuja. Ich werde mir für die Mittagspause allerdings morgen was zum Arbeiten mitnehmen. Ich muss schlicht was schaffen, da kann ichs auch da machen.

Und sonst: Tahmoh Penikett und Michael Trucco kommen beide zur Con. Und ich kann nicht hin! Es ist doch einfach zum Mäusemelken. Ich will auch endlich mal Geld für sowas haben. (Zeit könnte ich theorethisch noch irgendwo auftreiben. Geld leider nicht.) Nunja. Erstmal genug gejammert.

Sonntag, 24. Januar 2010

Kleinlich? Na und.

Es wäre so schön, jetzt einfach die Tasche zu packen und nach der Tanzschule direkt zum Bahnhof abzurauschen. Kleinlich, weil ich schlicht und ergreifend sauer und eingeschnappt bin, aber ich hab gerade sowas von keine Lust auf Friede, Freude, Eierkuchen. Und der Frau Mutter im Moment eh nichts zu sagen. Da frag ich mich echt, was ich hier soll.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Aufbruch

Mein neues Jahr startete ja unter anderem damit, dass ich fleißig nach Arbeitsstellen suchte um mich bewerben zu können. Dummerweise stellte ich schnell fest, dass keiner Uni-Absolventen mit Null Erfahrung einstellen möchte, daher schwenkte ich auf Praktika um, um so erstmal ein bisschen Erfahrung sammeln zu können. Dass nun gleich die erste (leicht dahingeschluderte) Bewerbung zum Erfolg führte, grenzt an ein kleines Wunder. Besonders, da ich den falschen Namen ins Anschreiben geschrieben habe.

Gestern war Bewerbungsgespräch, heute hab ich die Nachricht erhalten, dass ich am Montag anfangen darf. In meine Freude, dass es geklappt hat, mischte sich auch schnell meine Sorge, das ich irgendeinen finanziellen Zuschuss brauche, um über die Runden zu kommen. Hartz-IV kommt nur im äußersten Notfall in Frage, daher fragte ich erstmal bei meinem bisherigen Arbeitgeber nach, wie es mit weiterarbeiten aussieht. Da bekam ich schonmal recht positive Rückmeldungen. Zwar Stress-Versprechende, aber Stress ist immer noch besser als nichts zu Essen kaufen zu können.

Das, was aber am Niederschmetternsten war, war die Reaktion der Familie. Mein Bruder meinte "Aha. Na das ist ja Ausbeutung" in einem vorwurfsvollen Ton, als ob es meine Schuld wäre, dass ich einen tollen Job mit Aussicht auf mehr gefunden hab. Meine Mutter war genauso enthusiastisch. Nur das sie dann fragte "Und wie lange machst du das? Einen Monat?" Wenn sie mir mal zugehört hätte, wenn ich rede, wüsste sie, dass Mindestdauer vier Monate ist. Mit Abstand weiß ich, dass sich meine Mutter genauso Sorgen um die Finanzierung der nächsten Monate macht, aber erstmal kam ich mir mal wieder wie ein Versager vor. Ich freu mich schon, was ich mir die nächsten Monate über so anhören darf. Es wär wohl auch echt zu einfach gewesen "Das hast du toll gemacht, wir freuen uns mit dir" zu sagen. Manchmal habe ich die Befürchtung, dass es einmal laut krachen wird, und ich mich von meinem Zuhause verabschieden darf. Und manchmal, dass ich mir, falls ich mal eine feste Anstellung finde, mir das Gleiche anhören darf.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Kleinstadtidylle

Heute morgen war Stadttag angesagt. Erstmal wurde ich mit den Freuden eines umgeräumten Parkplatzes konfrontiert. Da wird Ein- und Ausparken zum Schpass. Dann gings zum Bewerbungsfotos machen. Kompliment an die Fotographin des besten Fotostudios, das wo hier gibt, die es geschafft hat in einer Minute fünf gute Aufnahmen von mir zu machen. Das schafft sonst keiner. Ich kann fotographiert werden nicht leiden, aber diesmal war es wirklich schmerzlos. Außerdem wurde ich gleich gephotoshoppt und hab noch eine digitale Kopie des Bilds gekriegt. Das Ganze für 25 Euro - ich bin zufrieden.

Man merkt übrigens am besten, dass man in der Kleinstadt ist, wenn man vormittags in den Aldi geht. Der Altersdurchschnitt liegt gut über 60, man trifft mindestens ein bekanntes Gesicht und an der Kasse ist aggressives Anstehen angesagt. Da steht dann so eine nett aussehende kleine alte Dame mit einer Packung Küchenrollen in der Hand und lächelt mich zuckersüß an. Einen Moment später kommt ihr Ehemann mit einem vollen Wagen angefahren und gesellt sich zu seiner Frau in die Schlange - vor mir. Hnnng. Hachja. Trotzdem hab ich Fotos, Reformhaus, Bauernmarkt und Aldi in einer Stunde abgehandelt. In der Großstadt hätte ich länger gebraucht. (Und keine 10 Kilo Kartoffeln mitgekriegt. :ugly:)

Dienstag, 5. Januar 2010

"The Universe will sing you to your sleep."

My Doctor is dead. What else is there to say.

Freitag, 1. Januar 2010

Ein frohes neues Jahr!

Ich finds ja immer wieder interessant, wie einem im Moment des Jahreswechsels klar wird, dass sich alles immer noch gleich anfühlt. Nichtsdestotrotz wünsche ich ein glückliches und gesundes neues Jahr. Das letzte Jahr war für mich, so wie es angefangen hat: ruhig und fokussiert. Reisetechnisch waren die Fahrt nach Portugal und das Forumstreffen in Franken genial; im Studium hab ich die Masterarbeit ohne größere Krisen hinter mich gebracht. Mit welchem Ergebnis steht allerdings noch zur Debatte. Sonst habe ich viel Zeit zu Haus verbringen können, wo ich Kraft schöpfen konnte, um alles zu bewältigen. Alles in allem ein ziemlich gutes Jahr.

2010 wurde etwas hektischer eingeläutet, denn ich war erst 8 vor 12 zu Haus. Um die Zeit U-Bahn fahren zu wollen, war auch ne Schnapsidee. Sollte ich das nochmal machen müssen, nehm ich ein Taxi. Aber zum Ende war ja alles gut und ich stand mit meinem Weinchen und den Dingen, die ich mir nächstes Jahr wünsche, vor meinem Fenster. Wenn das ein Omen für das neue Jahr sein soll, dann wohl, dass am Ende alles gut wird. Die Jobsuche steht an, und ich befürchte, dass ich für eine längere Durststrecke einen langen Atem werde haben müssen. Nunja, die Zeit wirds zeigen. Und es ist schonmal viel wert zu wissen, was ich will. Beim Anblick des Feuerwerks ist mir auch wieder aufgegangen, wie wenig ich von dieser Stadt brauche. Alles Blitzen und Funkeln für den Augenblick und morgen nur noch Gestank und Müll. Weniger Geblitze, aber dafür mit geliebten Menschen, wäre weitaus wertvoller für mich, aber hier ist davon nichts zu haben. Und dennoch hab ich mich zum Jahreswechsel nicht einsam gefühlt, trotz Alleinseins. Nunja, wir bauen auf das neue Jahr und hoffen, dass es positive Veränderungen bringt. (Im Moment verlangt es mir allerdings am ehesten nach Schlaf, aber es wird wohl noch dauern, bis ich den bekomme. Hier knallts noch für mindestens eine Stunde.)