Sonntag, 31. Januar 2010

Die Bahn kommt - irgendwann sicher mal.

Ich sehe ja ein paar Monaten entgegen, in denen ich am Wochenende nach Haus fahren werde. Dieses Wochenende war das erste dieser Wochenenden, und da kam schonmal alles zusammen, was da so kommen konnte.

Es fing am Freitag damit an, dass mein Zug 10 Minuten zu spät losfuhr. Aus zehn Minuten Verspätung wurden bald über 20, was leider zu spät war für meinen Anschlusszug, der auch nicht wartete, obwohl darum gebeten worden war und obwohl es der letzte Zug gen Heimat an diesem Abend war. Es war saukalt, es schneite, die Bahnhofshalle war zu und von der Bahn war niemand weit und breit zu sehen. Zum Glück waren noch drei andere Reisende mit dem gleichen Ziel gestrandet, so dass wir uns ein Taxi gen Heimat nahmen. Über hundert Euro, die die Bahn dann demnächst erstatten darf. Aber das man da so hilflos stehengelassen wird, ist schonmal ein Unding. Ich warte dann auch die nächste Fahrpreiserhöhung, denn die Leute mit dem Taxi nach Haus zu befördern, ist wohl auch nicht Ziel eines Zugunternehmens.

Heute bei der Rücktour gings dann weiter. Ich war schon einmal am Nachmittag am Bahnhof gewesen, um meine Fahrkarte zu kaufen. Nur leider musste ich feststellen, dass der Automat verschwunden war. Der Schalter war zu - keine Spur von irgendeinem Bahnmitarbeiter, keine Fahrkarten an diesem Tag. Pursi schrie innerlich einmal rum, weil ich mich mit diesem Drecksonlineticketdings auseinandersetzen durfte, obwohl ich erstmal zum Geburtstag der Nachbarin eingeladen war. Zusätzlich dazu war mein Anschlusszug wieder mal 25 Minuten zu spät. Also wieder frieren auf dem Bahnsteig, so wie letzte Woche. Und wen trifft man da? Jemanden von den Leuten, mit denen man sich am Freitag das Taxi geteilt hat. Wenigstens gabs Gesellschaft.

Ich bin mal gespannt, wie oft ich wohl pünktlich irgendwohin komme, wenn ich diese Zugverbindung nehme. Strichliste ist angesagt, allerdings mach ich nur Striche, wenn ich pünktlich ankomme. Das wird wohl weniger Arbeit machen.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nein, ich lenke nicht ab.

Ich blogge nicht nur, weil ich gerade etwas vollkommen anderes machen müsste. Zum Beispiel was für die Verteidigung der Masterarbeit zu machen. Ich warte auch nur darauf, dass der Kaffee wirkt und dann gehts fröhlich weiter.

Ich versuche den Ärger vom Wochenende gerade auch so ein bisschen hinter mir zu lassen. Nützen tuts eh nichts, und ich hab alles gesagt, was ich zu sagen hatte. Muttern bringen meine Gefühlsausbrüche auch zumindest immer zum Nachdenken. Manchmal hab ich den Eindruck, sie denkt, ich hab gar keine Gefühle, und ist vollkommen verwundert, wenn ich dann mal sage, das mich manche Sachen unglaublich verletzen. Es hilft im Übrigen auch nicht so sehr weiter, dass Muttern jeden Tag fragt, wies mir denn gefällt beim Praktikum und dann ganz verwundert ist, dass es mir gefällt. Äh. Hallo? Hätte ichs gemacht, wenn ich nicht denken würde, dass es mir gefallen könnte?

Allerdings bemerke ich, dass ich ein bisschen zu schüchtern bin im Moment. Im Theater kannte mich jeder, und ich war da lange genug, um mich so zu geben, wie ich bin. Hier muss ich mich erst eingewöhnen. Außerdem bin ich nunmal ein Freak mit seltsamen Interessen und Vorlieben, die ich im Moment noch nicht so gerne raushängen lassen möchte. Das können wir machen, wenn ich mich besser eingewöhnt habe. Mein Banknachbar ist auch für die nächsten paar Tage nicht da, was es auch nicht einfacher macht. Nuja. Ich werde mir für die Mittagspause allerdings morgen was zum Arbeiten mitnehmen. Ich muss schlicht was schaffen, da kann ichs auch da machen.

Und sonst: Tahmoh Penikett und Michael Trucco kommen beide zur Con. Und ich kann nicht hin! Es ist doch einfach zum Mäusemelken. Ich will auch endlich mal Geld für sowas haben. (Zeit könnte ich theorethisch noch irgendwo auftreiben. Geld leider nicht.) Nunja. Erstmal genug gejammert.

Sonntag, 24. Januar 2010

Kleinlich? Na und.

Es wäre so schön, jetzt einfach die Tasche zu packen und nach der Tanzschule direkt zum Bahnhof abzurauschen. Kleinlich, weil ich schlicht und ergreifend sauer und eingeschnappt bin, aber ich hab gerade sowas von keine Lust auf Friede, Freude, Eierkuchen. Und der Frau Mutter im Moment eh nichts zu sagen. Da frag ich mich echt, was ich hier soll.

Donnerstag, 21. Januar 2010

Aufbruch

Mein neues Jahr startete ja unter anderem damit, dass ich fleißig nach Arbeitsstellen suchte um mich bewerben zu können. Dummerweise stellte ich schnell fest, dass keiner Uni-Absolventen mit Null Erfahrung einstellen möchte, daher schwenkte ich auf Praktika um, um so erstmal ein bisschen Erfahrung sammeln zu können. Dass nun gleich die erste (leicht dahingeschluderte) Bewerbung zum Erfolg führte, grenzt an ein kleines Wunder. Besonders, da ich den falschen Namen ins Anschreiben geschrieben habe.

Gestern war Bewerbungsgespräch, heute hab ich die Nachricht erhalten, dass ich am Montag anfangen darf. In meine Freude, dass es geklappt hat, mischte sich auch schnell meine Sorge, das ich irgendeinen finanziellen Zuschuss brauche, um über die Runden zu kommen. Hartz-IV kommt nur im äußersten Notfall in Frage, daher fragte ich erstmal bei meinem bisherigen Arbeitgeber nach, wie es mit weiterarbeiten aussieht. Da bekam ich schonmal recht positive Rückmeldungen. Zwar Stress-Versprechende, aber Stress ist immer noch besser als nichts zu Essen kaufen zu können.

Das, was aber am Niederschmetternsten war, war die Reaktion der Familie. Mein Bruder meinte "Aha. Na das ist ja Ausbeutung" in einem vorwurfsvollen Ton, als ob es meine Schuld wäre, dass ich einen tollen Job mit Aussicht auf mehr gefunden hab. Meine Mutter war genauso enthusiastisch. Nur das sie dann fragte "Und wie lange machst du das? Einen Monat?" Wenn sie mir mal zugehört hätte, wenn ich rede, wüsste sie, dass Mindestdauer vier Monate ist. Mit Abstand weiß ich, dass sich meine Mutter genauso Sorgen um die Finanzierung der nächsten Monate macht, aber erstmal kam ich mir mal wieder wie ein Versager vor. Ich freu mich schon, was ich mir die nächsten Monate über so anhören darf. Es wär wohl auch echt zu einfach gewesen "Das hast du toll gemacht, wir freuen uns mit dir" zu sagen. Manchmal habe ich die Befürchtung, dass es einmal laut krachen wird, und ich mich von meinem Zuhause verabschieden darf. Und manchmal, dass ich mir, falls ich mal eine feste Anstellung finde, mir das Gleiche anhören darf.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Kleinstadtidylle

Heute morgen war Stadttag angesagt. Erstmal wurde ich mit den Freuden eines umgeräumten Parkplatzes konfrontiert. Da wird Ein- und Ausparken zum Schpass. Dann gings zum Bewerbungsfotos machen. Kompliment an die Fotographin des besten Fotostudios, das wo hier gibt, die es geschafft hat in einer Minute fünf gute Aufnahmen von mir zu machen. Das schafft sonst keiner. Ich kann fotographiert werden nicht leiden, aber diesmal war es wirklich schmerzlos. Außerdem wurde ich gleich gephotoshoppt und hab noch eine digitale Kopie des Bilds gekriegt. Das Ganze für 25 Euro - ich bin zufrieden.

Man merkt übrigens am besten, dass man in der Kleinstadt ist, wenn man vormittags in den Aldi geht. Der Altersdurchschnitt liegt gut über 60, man trifft mindestens ein bekanntes Gesicht und an der Kasse ist aggressives Anstehen angesagt. Da steht dann so eine nett aussehende kleine alte Dame mit einer Packung Küchenrollen in der Hand und lächelt mich zuckersüß an. Einen Moment später kommt ihr Ehemann mit einem vollen Wagen angefahren und gesellt sich zu seiner Frau in die Schlange - vor mir. Hnnng. Hachja. Trotzdem hab ich Fotos, Reformhaus, Bauernmarkt und Aldi in einer Stunde abgehandelt. In der Großstadt hätte ich länger gebraucht. (Und keine 10 Kilo Kartoffeln mitgekriegt. :ugly:)

Dienstag, 5. Januar 2010

"The Universe will sing you to your sleep."

My Doctor is dead. What else is there to say.

Freitag, 1. Januar 2010

Ein frohes neues Jahr!

Ich finds ja immer wieder interessant, wie einem im Moment des Jahreswechsels klar wird, dass sich alles immer noch gleich anfühlt. Nichtsdestotrotz wünsche ich ein glückliches und gesundes neues Jahr. Das letzte Jahr war für mich, so wie es angefangen hat: ruhig und fokussiert. Reisetechnisch waren die Fahrt nach Portugal und das Forumstreffen in Franken genial; im Studium hab ich die Masterarbeit ohne größere Krisen hinter mich gebracht. Mit welchem Ergebnis steht allerdings noch zur Debatte. Sonst habe ich viel Zeit zu Haus verbringen können, wo ich Kraft schöpfen konnte, um alles zu bewältigen. Alles in allem ein ziemlich gutes Jahr.

2010 wurde etwas hektischer eingeläutet, denn ich war erst 8 vor 12 zu Haus. Um die Zeit U-Bahn fahren zu wollen, war auch ne Schnapsidee. Sollte ich das nochmal machen müssen, nehm ich ein Taxi. Aber zum Ende war ja alles gut und ich stand mit meinem Weinchen und den Dingen, die ich mir nächstes Jahr wünsche, vor meinem Fenster. Wenn das ein Omen für das neue Jahr sein soll, dann wohl, dass am Ende alles gut wird. Die Jobsuche steht an, und ich befürchte, dass ich für eine längere Durststrecke einen langen Atem werde haben müssen. Nunja, die Zeit wirds zeigen. Und es ist schonmal viel wert zu wissen, was ich will. Beim Anblick des Feuerwerks ist mir auch wieder aufgegangen, wie wenig ich von dieser Stadt brauche. Alles Blitzen und Funkeln für den Augenblick und morgen nur noch Gestank und Müll. Weniger Geblitze, aber dafür mit geliebten Menschen, wäre weitaus wertvoller für mich, aber hier ist davon nichts zu haben. Und dennoch hab ich mich zum Jahreswechsel nicht einsam gefühlt, trotz Alleinseins. Nunja, wir bauen auf das neue Jahr und hoffen, dass es positive Veränderungen bringt. (Im Moment verlangt es mir allerdings am ehesten nach Schlaf, aber es wird wohl noch dauern, bis ich den bekomme. Hier knallts noch für mindestens eine Stunde.)