Donnerstag, 21. Januar 2010

Aufbruch

Mein neues Jahr startete ja unter anderem damit, dass ich fleißig nach Arbeitsstellen suchte um mich bewerben zu können. Dummerweise stellte ich schnell fest, dass keiner Uni-Absolventen mit Null Erfahrung einstellen möchte, daher schwenkte ich auf Praktika um, um so erstmal ein bisschen Erfahrung sammeln zu können. Dass nun gleich die erste (leicht dahingeschluderte) Bewerbung zum Erfolg führte, grenzt an ein kleines Wunder. Besonders, da ich den falschen Namen ins Anschreiben geschrieben habe.

Gestern war Bewerbungsgespräch, heute hab ich die Nachricht erhalten, dass ich am Montag anfangen darf. In meine Freude, dass es geklappt hat, mischte sich auch schnell meine Sorge, das ich irgendeinen finanziellen Zuschuss brauche, um über die Runden zu kommen. Hartz-IV kommt nur im äußersten Notfall in Frage, daher fragte ich erstmal bei meinem bisherigen Arbeitgeber nach, wie es mit weiterarbeiten aussieht. Da bekam ich schonmal recht positive Rückmeldungen. Zwar Stress-Versprechende, aber Stress ist immer noch besser als nichts zu Essen kaufen zu können.

Das, was aber am Niederschmetternsten war, war die Reaktion der Familie. Mein Bruder meinte "Aha. Na das ist ja Ausbeutung" in einem vorwurfsvollen Ton, als ob es meine Schuld wäre, dass ich einen tollen Job mit Aussicht auf mehr gefunden hab. Meine Mutter war genauso enthusiastisch. Nur das sie dann fragte "Und wie lange machst du das? Einen Monat?" Wenn sie mir mal zugehört hätte, wenn ich rede, wüsste sie, dass Mindestdauer vier Monate ist. Mit Abstand weiß ich, dass sich meine Mutter genauso Sorgen um die Finanzierung der nächsten Monate macht, aber erstmal kam ich mir mal wieder wie ein Versager vor. Ich freu mich schon, was ich mir die nächsten Monate über so anhören darf. Es wär wohl auch echt zu einfach gewesen "Das hast du toll gemacht, wir freuen uns mit dir" zu sagen. Manchmal habe ich die Befürchtung, dass es einmal laut krachen wird, und ich mich von meinem Zuhause verabschieden darf. Und manchmal, dass ich mir, falls ich mal eine feste Anstellung finde, mir das Gleiche anhören darf.

4 Kommentare:

schildmehdchen hat gesagt…

Also ich find's cool, dass du so schnell was gefunden hast. Wenn du Lust hast, kannste ja mal per PM oder so mehr erzählen. ;) Auf jeden Fall drück ich dir die Daumen, dass du das mit der Finanzierung hinkriegst und dass das Praktikum dich weiterbringt! *knuddel*

Bloggerin, Abenteurerin, hat gesagt…

Oh, wie gemein... :/
Nur nicht den Kopf hängen lassen, es ist schließlich Dein Leben.
Leôba

amanda james hat gesagt…

ich finds cool:nick: und ein praktikum ist nicht schlecht, klar irgendwo ausbeute, aber es ist besser als hartz IV! kann ja nicht jeder das glück haben sofort nen festen job zu bekommen, den er dann auch für die nächsten 30 jahre hat:ugly: aber wer WILL das heutzutage schon.
ach, falls es untergegangen ist: ich hab mich über die glückwünsche gefreut

Gamina hat gesagt…

Dann mal herzlichen Glückwunsch zum Praktikumsplatz! Hoffentlich gefällt es dir und du nimmst in den nächsten Monaten genug fürs spätere Leben mit. ;o)