Dienstag, 6. Juli 2010

Die Freuden des Pendelns

Hachja, ich erlebe es jeden Tag, eine Stunde morgens auf dem Weg hin zur Arbeit und eine Stunde abends zurück. Vollidioten, die einen auf der Autobahn rechts überholen, Deppen, die auf der Landstraße unbedingt 140 fahren müssen und sich in meinen Sicherheitsabstand drängeln, das Radio, das immer die gleichen Lieder spielt, wobei ich immer auf der Hälfte der Strecke den Sender von Cooles Ost-Radio zu Cooles West-Radio wechseln muss, Wasserwerfer, die statt dem Getreide auf dem Feld volle Granate die Autos auf der Straße treffen (danke für die Wäsche auch), LKWs, deren Fahrer zu blöde zum Lesen sind und sich trotz mehrfacher Warnschilder trotz Überlänge durch das Nadelöhr von enger Kurve eines Dorfes zu drängen, durch das sie nicht durchkommen, ohne ein Haus zu streifen. Und ich meistens relativ entspannt mittendrin. Jedenfalls nachdem ich die deppigen Autofahrer angebrüllt habe.

Heute hatte ich dann mal besonders viel Spaß: Ich fuhr morgens los, als ich bemerkte, dass meine Öllampe etwas in Morsezeichen von sich zu geben schien. Ich achtete nicht so genau drauf, was es war, aber es sah jedenfalls panisch aus. Zum Glück war ich noch nicht so weit vom Dorf weg, also wieder umgedreht und zurückgefahren. Die Familie war natürlich schon komplett ausgeflogen. Also meinen Bruder angerufen. Der nicht ans Telefon ging. Nochmal angerufen. Keine Antwort. Und was macht man in dem Fall? Richtig, man schmeißt den Nachbarn aus dem Bett. Der kam auch promt und kontrollierte den Ölmesser. Dieser kam nach Abwischen und wieder Eintauchen blitzeblank aus dem ... Dingsda wieder raus. (Ach, man gut, dass ich bei ner Technischen Dokumentation arbeite, da lern ich vielleicht noch, wie das Dingsda heißt.)

Es musste also Öl her. Wir gingen in die Garage, fanden eine Menge Kanister, aber nicht heraus, was davon das Olivenöl für den Salat und was für den Motor war. Also wurde bei der Firma meines Bruders angerufen, deren Bürofrau (oder wars gar die Chefin?) mich mal eben quer durch die Halle zu ihm hintragen durfte, damit er mir sagt, wo der richtige Kanister ist. Gesagt, getan. Drei Liter hat mein Nachbarn meinem blauen Flitzer gefüttert. Danach schnurrte er wieder wie ein Kätzchen. Okay, eines mit Tinnitus, denn irgendwas pfeift da noch ganz hochfrequent beim Fahren. Aber das klären wir dann demnächst. Dank Gleitzeit war das morgendliche Chaos auch gar nicht so schlimm. Bei der Arbeit läuft auch alles etwas besser, nachdem ich letzte Woche das absolute Chaos-Projekt hatte. Man merkt schnell, was für ein Spaß es macht Dienstleister zu sein. Man ist immer der Angearschte.

Etwas Nettes hat die Fahrerei aber doch: In einem Dorf sitzt jeden Morgen ein älterer Herr auf der Banke vor seinem Haus und schaut dem Verkehr zu. Inzwischen grüßt er schon, wenn ich vorbeifahre. :-) Und so hab ich Centis Wunsch erfüllt: bloggen und die Frage zum Ausmaß des Pendeln beantwortet. (Uhhhh, zwei Stunden pro Tag reichen auch.)

2 Kommentare:

amanda james hat gesagt…

thi, ansonsten hättest du bei meinem neuen arbeitgeber angerufen und vllt sogar mich dran gehabt ;-)
wobei du wahrscheinlich sogar ganz genau hättest sagen können wo du bist. und nicht: ja...ich weiß nicht...auf der autobahn...nee, darauf hab ich nicht geachtet. versuch den mal zu finden :ugly:

Centaurea hat gesagt…

Kähä!

Ganz ganz wichtig, alle 15000 km zur Inspektion! Erstens, weil da der Ölwechsel stattfindet, und der eh wichtig ist (mein Auto ist alt genug, dass ich auch zwischendurch lieber ab und an mal messe und ggf. nachfülle) und zweitens, was noch viel wichtiger ist, da werden dann auch die Bremmsscheiben mal kontrolliert!

Ich erinnere mich noch gut an das denkwürdige Telefonat, das ich kurz nach Abgabe meines vierrädrigen Augensterns bei der Werkstatt mit dem Meister führte:

Er: Ja, wir haben ja gerade ihr Auto hier zur Inspektion...
Ich: Ja...?
Er: ...und da haben wir gerade die Räder abgeschraubt, da kam uns die Bremmsscheibe entgegengerieselt. Sollen wir die vielleicht austauschen?
Ich: Pfff.... och.... joooah.... wechseln Sie sie halt mal aus.... *hysterisches Lachen*

Immer fein zur Inspektion!