Freitag, 28. Januar 2011

Tag 1 – Das Buch, das du zurzeit liest

Jonathan Strange and Mr. Norrell von Susanna Clarke stand schon seit einer Weile im Regal, bevor ich es tatsächlich angefangen habe. 1000 Seiten fängt man auch nicht leichtfertig an. Dafür legt man sie doch schon einmal bereitwillig beiseite, zum Beispiel um 5 Bände Harry Potter zu lesen, wenn es einen mal packt. ;-)

Das Forum hatte mich auf das Buch gebracht, aber beim Lesen der ersten 100 Seiten habe ich mich noch ernsthaft gefragt, warum das Buch eigentlich so gut ankam. Inzwischen weiß es mich allerdings auch zu fesseln. Es schleicht sich so ein bisschen unauffällig von hinten an, packt einen mit einem magischen Trick, der Stein zum Reden bringt, und lässt einen dann nicht mehr los. Die sehr selbstreflektive Schreibweise ist für den Literaturwissenschaftler natürlich ein Fest. Die vielen Fußnoten sind interessant, realitäts-suggerierend und entnervend zugleich. Der ausschweifende Erzählstil erinnert ein wenig an Dickens, und ähnlich ist auch das Lesetempo. Ein Buch von Charles Dickens braucht seine Zeit, um sich lesen zu lassen, und ähnlich ist es wohl auch mit diesem Buch. Ich bin gespannt, ob ich vor März fertig werde.

3 Kommentare:

schildmehdchen hat gesagt…

An dem Buch bin ich gescheitert, ca. nach 150 Seiten. Es hatte bis da seine Momente, aber länger hab ich's nicht ausgehalten. Wobei dein Vergleich mit Dickens da aufschlussreich sein könnte - da hat mein bisher einziger Versuch auch sehr schnell geendet. Ich bin literarisch wohl eher auf Fast Food ausgelegt. ;)

Purslane hat gesagt…

Was hast du bei Dickens angefangen? An "A Tale of two cities" bin ich bisher auch gescheitert, obwohl der Anfang grandios ist. Dafür liebe ich "David Copperfield" über alles, das konnte ich nicht weglegen. Und wie gesagt, ich hatte Jonathan Strange nach ca. 100 Seiten auch erstmal auf Eis gelegt und 5 Bände Harry Potter gelesen. Es dauert halt einfach, bis es in Gange kommt. Die ganze magische Akademik ist furchtbar langweilig, aber wenn dann mal gezaubert wird, dann wird es interessant. Und es liest sich auch nur richtig gut, wenn man einmal eine Stunde am Stück lesen kann und möchte. Weswegen ich auch so wahnsinnig langsam vorankomme. :ugly:

schildmehdchen hat gesagt…

Ich glaube, es war sogar "David Copperfield". Aber ich war gerade so ü-ber-haupt nicht in der Stimmung für Bücher, die Zeit brauchen. Und habe mich seitdem nicht mehr aufgerafft, es wieder zu versuchen. Vielleicht ... irgendwann noch mal wieder.